26.09.2017

von JD-B° RB

Ledig, jung sucht ...

Bezahlbaren Wohnraum finden: Ausdauer und Ideen sind gefragt

Endlich geschafft. Wer in die erste eigene Wohnung zieht, kann von Glück sagen - bezahlbarer Wohnraum ist gerade in Ballungsgebieten Mangelware

Eine neue Stadt, frische Eindrücke an der Uni oder im Unternehmen, die erste eigene Wohnung: Mit dem Start in die Berufsausbildung oder ins Studium beginnt für tausende junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Der ersten Euphorie folgt bisweilen die Ernüchterung - etwa wenn die frischgebackenen Azubis oder Studenten mit knappen finanziellen Mitteln haushalten müssen und sich partout kein bezahlbarer Wohnraum finden lässt. Insbesondere in Großstädten kosten selbst kleine Wohnungen großes Geld. Gefragt sind daher Beharrlichkeit und auch Erfindungsreichtum.

Wohnheim oder Wohngemeinschaft?

Vor dem Start ins Studium oder in die Berufswelt warten viele bürokratische Angelegenheiten wie der BAföG-Antrag, das Beantragen der Berufsausbildungsbeihilfe und mehr auf die Schulabgänger. Hinzu kommen die Wohnungssuche und die Planung des Umzugs. Doch selbst kleinere Wohnungen können in beliebten Wohnlagen zehn Euro kalt pro Quadratmeter und mehr kosten. Gefragt sind also günstige Alternativen. Klassiker sind beispielsweise WG-Zimmer oder ein Platz im Studentenwohnheim. Ein Tipp: Auch kirchliche und private Träger sowie Vereine bieten Wohnheimplätze an - sich vor Ort zu erkundigen, kann also lohnen. Günstiger wird es auch, wenn man es schafft, eine Sozialwohnung zu mieten. Dafür braucht man den Wohnberechtigungsschein (WBS), den es bei der Stadtverwaltung gibt. Die Einkommensgrenzen sind regional unterschiedlich. Angerechnet werden alle Einkommensquellen wie Ausbildungsgehalt, Elternzuschuss oder auch Kindergeld. Der Schein gilt jeweils für ein Jahr und nur für das jeweilige Bundesland. Und: Den Schein erhält nur, wer mit Hauptwohnsitz in der jeweiligen Stadt gemeldet ist.

Durchblick bei Einnahmen und Ausgaben

Egal ob Wohngemeinschaft, eigene Wohnung oder Wohnheim: In jedem Fall empfiehlt es sich, vorab einen privaten Kassensturz vorzunehmen: Wie hoch sind die regelmäßigen monatlichen Einnahmen, wie hoch die festen Ausgaben, zum Beispiel Miete und Energiekosten? So ergibt sich das verfügbare Budget, das dann zum Leben zur Verfügung steht. Das darf nicht zu knapp bemessen sein: Auch Essen, Bücher oder Reisekosten müssen bezahlt werden. Wie Studenten und Berufsstarter den Durchblick bei ihren Finanzen behalten, erklärt der "Budgetkompass für junge Haushalte" vom Beratungsdienst Geld und Haushalt.

Der nützliche Ratgeber ist kostenfrei unter www.geld-und-haushalt.de erhältlich und informiert, worauf es beim Start ankommt: von der Wohnungssuche über Versicherungen bis hin zu Nebenjobs, etwa für Studenten. Viele Checklisten helfen bei der Planung, auch für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung gibt es eine Übersicht.

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