19.09.2018

von DRK B° RB

Lotto-Prinzip in Gefahr

DRK: Lotterie-Monopol nicht leichtfertig aufs Spiel setzen

Rotes Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz setzt sich für den Erhalt des Gemeinwohlmodells im Glücksspielstaatsvertrag und den Erhalt des Lotterie-Monopols ein. Wenige Wochen bevor sich die Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober mit der Reform des Glücksspielstaatsvertrags befasst, hat das Deutsche Rote Kreuz auf die Bedeutung der gemeinwohlorientierten Lotterien für die Wohlfahrtsarbeit hingewiesen. 

„Die Lotteriegesellschaften und Soziallotterien finanzieren erheblich die Wohlfahrt und tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei“, sagt Christian Reuter, Generalsekretär und Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Roten Kreuzes e.V.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am 17. September in Berlin haben das Rote Kreuz und die großen Lotterien LOTTO, Aktion Mensch sowie Fernsehlotterie die Politiker in Bund und Ländern aufgefordert, illegale Glücksspielangebote, die das Lotterie-Monopol unterlaufen, konsequent zu bekämpfen. 

Die gemeinwohlorientierten Lotterien fördern die Wohlfahrtsverbände, zu denen auch das Deutsche Rote Kreuz gehört. Mit Spielerlösen von LOTTO, Deutsche Fernsehlotterie und Aktion Mensch kann das Rote Kreuz Menschenleben retten und in sozialen Brennpunkten helfen. 

Doch das Lotto-Prinzip wird bedroht: Ausländische Glücksspielkonzerne untergraben das bewährte Förderprinzip der Lotterien. Mit illegalen Angeboten saugen Produktpiraten Millionenbeträge aus dem deutschen Glücksspielmarkt ab. Die Konsequenzen sind gravierend. 

DRK-Generalsekretär Christian Reuter warnt: “Die Millionen, die den staatlichen Lotteriegesellschaften durch illegale Angebote verloren gehen, fehlen für soziale-, kulturelle-, sportliche- und Umwelt-Projekte. Die illegalen Anbieter fokussieren sich auf die eigene Gewinnmaximierung, die Förderung des Allgemeinwohls wird in den Hintergrund gedrängt. Diese Gelder werden somit der Allgemeinheit entzogen.“

Der DRK-Vorstand appelliert an die Politik in Bund und Ländern, jetzt konsequent gegen illegale Glücksspielangebote vorzugehen: „Es müssen gesetzliche Wege gefunden werden, die dieser Entwicklung ein Ende setzten und den legalen Lotterien wieder mehr Geltung verschaffen.“

Torsten Meinberg, Geschäftsführer von LOTTO Hamburg, der federführenden Gesellschaft im Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) erklärt das gemeinwohlorientierte Lotto-Prinzip: „Mit seinen bekannten Lotterien wie LOTTO 6aus49, Eurojackpot und die Glücksspirale unterstützt der DLTB jedes Jahr kontinuierlich mit rund 40% seiner Spielerträge das Gemeinwohl. Dazu gehören soziale Projekte genauso wie Sport, Kultur- Denkmal-, Umwelt- und Katastrophenschutz. 2017 konnte der DLTB rund 2,8 Milliarden Euro zur Förderung des Gemeinwohls in den verschiedenen Bereichen abgeben. Die Destinatäre erhalten diese Lottogelder zum Teil direkt und zum Teil über die Landeshaushalte der Bundesländer. 

Die Wohlfahrtsverbände können sich auf den DLTB verlassen: Jedes Jahr fließen rund 650 Millionen Euro Lottogelder in den Bereich der Wohlfahrtspflege. Allein die Glücksspirale hat 2017 mit 16 Millionen Euro soziale Projekte gefördert. Im ersten Halbjahr 2018 bereits 7,65 Millionen.“

Durch die Fördergelder der gemeinwohlorientierten Lotterien können wichtige Projekte der Wohlfahrtspflege realisiert werden. 

Daher fordern die Anwesenden übereinstimmend: 

„Es ist ein gemeinsames Anliegen für die Menschen in unserem Land, dass die gemeinwohlorientierten Lotterien weiterhin eine wichtige Säule bei der Unterstützung des Gemeinwohls bilden können. Das Lotterie-Monopol darf nicht egoistischen wirtschaftlichen Interessen Einzelner geopfert werden. Wir wollen keine Zocker-Republik.“ 

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